„Igel gesucht“ – ein nationales Forschungsprojekt mit Bürgerbeteiligung

17. April 2018

Igel sind typische Kulturfolger und von Gartenbesitzern gern gesehen. Es ist jedoch zu befürchten, dass es heute weit weniger Igel in der Schweiz gibt als noch vor zwanzig Jahren. Das aktuelle Forschungsprojekt „Igel gesucht“ setzt auf die Mithilfe der Bevölkerung. Mit Beobachtungsmeldungen und sogenannten Spurentunneln soll diese Entwicklung genauer untersucht werden.

 

Noch in den 1990er-Jahren konnten Igel in durchgrünten Wohnquartieren von Städten und Agglomerationen der Schweiz häufig nachgewiesen werden. Aber die Resultate neuerer Untersuchungen zeigen, dass heute weit weniger Igel in Siedlungsgebieten leben als vor zwanzig Jahren. So weist ein Projekt in der Stadt Zürich einen Arealverlust bei den Igeln von mehr als einem Drittel in den letzten 25 Jahren aus. Studien aus Grossbritannien zeigen gar einen Rückgang der Igelpopulationen von einem Drittel in Siedlungsgebieten und von der Hälfte in landwirtschaftlichen Gebieten in den letzten zehn Jahren.

Den Igeln auf der Spur

Im Projekt „Igel gesucht“ wird das Vorkommen von Igeln in der Schweiz mit der wildtierbiologischen Methode der Spurentunnel systematisch untersucht. Diese werden mit Farb- und Papierstreifen ausgerüstet und in Privatgärten und Grünflächen auch in ländlichen Gebieten platziert. Geht ein Igel durch einen solchen Spurentunnel, hinterlässt er seine Fussabdrücke. So wird sichtbar, wo Igel unterwegs sind. Betreut werden die Spurentunnel von Freiwilligen. Ergänzend wird die Bevölkerung aufgerufen, Igelbeobachtungen auf der Plattform säugetieratlas.wildenachbarn.ch zu melden. Für ein repräsentatives Bild zählt jede Beobachtung. Die Meldungen fliessen in den neuen Säugetieratlas der Schweiz und Liechtensteins ein, welcher zurzeit von der Schweizerischen Gesellschaft für Wildtierbiologie SGW erarbeitet wird.

Freiwillige für die Betreuung der Spurentunnel gesucht

Im Projekt werden Freiwillige gesucht, die zwischen Mai und August 2018 während einer Woche 10 Igelspurentunnel betreuen. Weitere Informationen zum Projekt finden Interessierte auf der Meldeplattform säugetieratlas.wildenachbarn.ch.

 

Weitere „Igel gesucht“ Projekte werden in den Städten Bern, Chur und Luzern durchgeführt.

 

Medienmitteilung zum Herunterladen unten an der Seite.

 

Für Auskünfte:

Sandra Gloor, Geschäftsstelle Wilde Nachbarn, c/o SWILD, Zürich, Tel. 079 749 20 21, sandra.gloor@swild.ch

 

Roland Graf, Leiter Projekt Säugetieratlas der Schweiz und Liechtensteins, Schweizerische Gesellschaft für Wildtierbiologie SGW und ZHAW Wädenswil, Tel. 058 934 55 78, roland.graf@zhaw.ch

 

Schweizerische Gesellschaft für Wildtierbiologie SGW
www.naturwissenschaften.ch/organisations/sgw-ssbf

Beobachtungsmeldeplattform: www.säugetieratlas.wildenachbarn.ch

Verein StadtNatur, c/o SWILD, Wuhrstrasse 12, 8003 Zürich
info@wildenachbarn.ch
facebook.ch/wildenachbarn

 

Folgende Bilder stehen für den Gebrauch im Zusammenhang mit der Medienmitteilung bei korrekter Zitierung der Bildautoren kostenfrei zur Verfügung (durch einen Klick aufs Bild). 

© Martin Goebel / stadtwildtiere.ch

 

Abb. 1: Zwei Igel während des Paarungsrituals.

© Fabio Bontadina / swild.ch

 

Abb. 2: Igel im Siedlungsraum.

© Igelzentrum Zürich

 

Abb.3: Die Spurentunnel im Projekt Igel gesucht sind rund 1m lang und haben einen Durchmesser von 30 cm. Sie sind aus plastifiziertem Karton.

© Cornelia Hürzeler / stadtwildtiere.ch

 

Abb.4: Fotofallenbild eines Igels, der soeben durch ein Spurentunnel (im Hintergrund) gelaufen ist.

© stadtwildtiere.ch

 

Abb.5: Papierstreifen aus einem Spurentunnel mit den arttypischen Spuren eines Igels.

 

 

Newsletter

Möchten Sie über spannende Beobachtungen, Aktionen und Fortschritte informiert werden?

Abonnieren Sie den Newsletter:

Service
Betreut von SWILD
StadtWildTiere Bern
Träger