Stadtigel unter Druck

Immer weniger Igel in Schweizer StĂ€dten? Erste Resultate eines laufenden Forschungsprojekts in der Stadt ZĂŒrich zeigen besorgniserregende VerbreitungslĂŒcken der stĂ€dtischen Igelpopulation. Noch in den 1990er Jahren galt der kleine Kulturfolger als weit verbreitet. Beobachtungen im Rahmen der Beobachtungsmeldeplattform stadtwildtiere.ch lassen jedoch befĂŒrchten, dass heute weit weniger Igel in Wohnquartieren des Schweizer Mittellandes leben als noch vor 20 Jahren. Studien aus Grossbritannien sprechen gar von einem drastischen RĂŒckgang von 30 bis 50% in den letzten 10 Jahren. 

Igel in ZĂŒrich: mit Citizen Science den Igeln auf der Spur

Wie steht es um die Igel in unseren SiedlungsrĂ€umen? Dieser Frage gehen die Biologinnen und Biologen der Meldeplattform stadtwildtiere.ch in ihrem Projekt „Igel gesucht“ seit Sommer 2016 nach. Die StadtzĂŒrcher Bevölkerung wurde aufgerufen, Igelbeobachtungen zu melden. Mithilfe von Freiwilligen wurde zudem die Verbreitung der Igelpopulation in ZĂŒrich untersucht. Dabei kamen sogenannte Spurentunnel zum Einsatz, 1 Meter lange Kartontunnels, welche mit Farb- und Papierstreifen ausgerĂŒstet und in PrivatgĂ€rten und GrĂŒnflĂ€chen platziert wurden. Gehen neugierige Igel durch solche Spurentunnel, hinterlassen sie PfotenabdrĂŒcke. So wird sichtbar, wo Igel unterwegs sind.

Besorgniserregende LĂŒcken in der Verbreitung der Igel in ZĂŒrich

Zwischen Mai und Oktober 2016 gingen 351 Meldungen von Igelbeobachtungen auf der Meldeplattform www.stadtwildtiere.ch fĂŒr ZĂŒrich ein. Dank des engagierten Einsatzes vieler Freiwilliger konnten 460 Spurentunnel auf Stadtgebiet aufgestellt und in rund einem Viertel konnten Igelnachweise erbracht werden.

Diese Resultate zeigen, dass Igel noch immer in vielen Stadtquartieren verbreitet sind. AuffĂ€llig ist jedoch, dass die Igeldichte wischen den Stadtgebieten stark variiert und dass die Verbreitungskarte besorgniserregende LĂŒcken aufweist. WĂ€hrend etwa in Schwamendingen noch immer viele Igel unterwegs sind, wurden in Altstetten, rund um den Milchbuck oder am ZĂŒrichberg kaum mehr Igel festgestellt. Was sind die GrĂŒnde fĂŒr diese LĂŒcken? Sind die immer dichter werdende Stadt, die Ausbreitung des Dachses im Siedlungsraum oder weniger naturnahe GĂ€rten und GrĂŒnrĂ€ume verantwortlich fĂŒr diesen RĂŒckgang? Das Projekt StadtWildTiere wird die GrĂŒnde fĂŒr die VerbreitungslĂŒcken im laufenden Projekt „Aktion StadtIgel“ weiter untersuchen und ruft dazu auf, Beobachtungen von Igeln und anderen Wildtieren auf der Meldeplattform stadtwildtiere.ch zu melden.

Beobachtungsmeldeplattform stadtwildtiere.ch

Alle sind aufgerufen, Beobachtungen von Wildtieren aus dem Siedlungsgebiet zu melden.

Die Meldeplattform stadtwildtiere.ch wurde vom Verein StadtNatur entwickelt. ErgĂ€nzend zur Webseite finden lokale Projekte neben ZĂŒrich auch in den StĂ€dten Bern, St.Gallen, Winterthur und Wien statt. Weitere StĂ€dte sind eingeladen, dazustossen. In ZĂŒrich wird das Projekt vom Verein StadtNatur ZĂŒrich durchgefĂŒhrt und vom ZĂŒrcher Tierschutz, GrĂŒn Stadt ZĂŒrich und Vergabestiftungen unterstĂŒtzt.

 

Medienmitteilung zum Herunterladen unten an der Seite.

 

FĂŒr AuskĂŒnfte:

Dr. Sandra Gloor, Wildtierbiologin, GeschÀftsstelle Verein StadtNatur, Arbeitsgemeinschaft SWILD, Telefon 079 749 20 21 sandra.gloor@stadtnatur.ch

Anouk Taucher, Wildtierbiologin, GeschÀftsstelle Verein StadtNatur,  Telefon 044 450 68 09
anouk.taucher@stadtnatur.ch

StadtWildTiere, GeschĂ€ftsstelle c/o SWILD, Wuhrstrasse 12, 8003 ZĂŒrich

info@stadtnatur.ch, www.stadtwildtiere.ch
www.facebook.com/stadtwildtiere

Folgende Bilder stehen fĂŒr den Gebrauch im Zusammenhang mit der Medienmitteilung bei korrekter Zitierung der Bildautoren bis Ende Juni 2017 kostenfrei zur VerfĂŒgung.

© Fabio Bontadina / swild.ch

 

Abb. 1: Igel unterwegs in der Stadt.

© Fabio Bontadina / swild.ch

 

Abb. 2: Igel im Siedlungsraum.

© Cornelia HĂŒrzeler / stadtwildtiere.ch

 

Abb.3: Spurentunnel im Projekt „Igel gesucht“.

© stadtwildtiere.ch

 

Abb.4: Spurenblatt mit Igelspur, aus dem Projekt „Igel gesucht“ in der Stadt ZĂŒrich.

© Cornelia HĂŒrzeler /stadtwildtiere.ch

 

Abb.5: Spurentunnel mit Igel, Kamerafallenbild.

© stadtwildtiere.ch

 

Abb.6: Igelverbreitungskarte fĂŒr die Stadt ZĂŒrich auf 500 x 500 Meter (Quadrate): 2016 (schwarze Punkte) mit zusĂ€tzlichen Nachweisen von 1992, die im 2016 nicht belegt werden konnten (rote Punkte).

© Anouk Taucher / stadtwildtiere.ch

 

Abb.7: Einlage des Spurentunnels mit Igelspuren.

 

 

 

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