Großes Mausohr
Myotis myotis
© C. Robiller / naturlichter.de

Lebensraum

Gebäude
Wiese, Obstgärten, Felder
Wald

Größte einheimische Fledermausart. Typische Dachstockfledermaus, die in großen, warmen, ungestörten Dachstöcken in Gruppen kopfüber an den Dachbalken und -latten hängt. Fassadenbeleuchtung vertreibt Mausohren, da sie beim Ausflug im Licht ungeschützt vor Feinden (z. B. Waldkauz) sind. Im Juni und Juli bringen die Weibchen in Wochenstubenkolonien, die mehrere Hundert Weibchen umfassen können, je ein Jungtier zur Welt. Geeignete große und ungenutzte Dachstöcke (in Kirchen usw.) sind selten geworden und durch Renovationen gefährdet. Große Mausohren jagen in Wäldern und über Wiesen im tiefen Flug nach bodenbewohnenden Insekten, meist Käfer oder Schnaken, die sie aufgrund ihrer Geräusche entdecken. Verschlafen den Winter in frostsicheren Höhlen und Stollen.

Erkennungsmerkmale 
Haarbasis schwarzbraun, Oberseite hellgrau-braun, Unterseite weißgrau.
Lebensraum 
Wälder ohne Unterwuchs, Weideland und frisch geschnittene Wiesen. Sommerquartiere (Wochenstuben) in warmen Dachböden, Kirchenestrichen.
Gefährdungsgrad
Verletzlich
Ähnliche Arten
Zwillingsart Kleines Mausohr (im Mittelland nur vereinzelte Nachweise). Die 30 Fledermausarten der Schweiz sehen sehr ähnlich aus und lassen sich im Flug nur anhand ihres Flugverhaltens unterscheiden.
Maße 

Kopf-Rumpf-Länge 6,7–7,9 cm, Flügelspannweite 35–43 cm, Gewicht 28–40 g.

Aktivitätszeit 
Winterschlaf; während der Sommermonate nachtaktiv.
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch

Jagende Große Mausohren
Das Große Mausohr jagt nachts in Wäldern mit wenig Unterwuchs oder über Wiesen nach großen Insekten wie Laufkäfern und Schnaken. Es jagt dicht über dem Boden oder landet sogar für den Beutefang. Das Große Mausohr, die größte einheimische  Fledermausart (Flügelspannweite 40 cm, Körpergewicht 35 g) hat einen langsamen Flug mit rudernden Flügelschlägen. Als Unterstützung der Beobachtung ist ein Fledermaus-Detektor ein hilfreiches Werkzeug.

Tageschlafquartier in Gebäuden
Die Weibchen der Großen Mausohren verbringen das Sommerhalbjahr hindurch den Tag in großen Gruppen und kopfüber an Dachbalken von großen Estrichen hängend. Solche sogenannten Wochenstubenkolonien mit z.T. mehreren hunderten Tieren befanden sich früher in fast jedem Kirchendachstock des Mittellands. Heute sind nur noch rund 100 Wochenstuben übrig geblieben.

 

Wochenstubenkolonie des Großen Mausohrs in einem Dachstock
(© Mnolf, Wikipedia)

 

Bepflanzen Sie Ihren Balkon oder Ihren Garten mit einheimischen Pflanzen
Da diese Fledermausart große Insekten frisst, beispielsweise Laufkäfer oder Schnaken, kann mit einheimischer Bepflanzung des Gartens oder des Balkons viel zur Insektenvielfalt beigetragen werden. Besonders nachtblühende, nektarreiche Stauden und Sträucher sind für Fledermäuse von besonderem Interesse. Verzichten Sie auf Insektizide und andere Gifte.

Große Mausohren sind typische Dachstockbewohner, deshalb sind große Estriche, zum Beispiel von Kirchen, wertvolle Quartiere. Allerdings werden kaum neue Estriche angenommen.

Gefahren 
  • Fassadenbeleuchtung: Die nächtliche Beleuchtung der Öffnungen, durch die Fledermäuse jeweils ihr Quartier verlassen, sollte vermieden werden, weil die Nachtjäger dann später ausfliegen. Und als Folge davon bleibt ihnen weniger Zeit für die Nahrungssuche.
  • Netze: Fledermäuse können sich in Netzen, die über Obstbäumen oder Reben gespannt werden, verheddern. Diese werden so zu tödlichen Fallen. Deshalb sollten Netze nur wenn unbedingt nötig verwendet und nach Gebrauch wieder entfernt werden.
Mehr Informationen 

Richarz, Klaus: Fledermäuse - Beobachten, erkennen und schützen 2011, 128 S., Taschenbuch, Kosmos

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