Haben Sie sich schon einmal gewundert, wer die Spuren in Ihrem Blumenbeet hinterlässt oder gelegentlich in Ihrem Kompost wühlt? Mit Wildtierkameras können Sie diesen Rätseln auf die Schliche kommen und herausfinden, welche Wildtiere nachts durch Ihren Garten schleichen. Auf dieser Seite finden Sie gesammelt Informationen darüber, wo Sie Wildtierkameras ausleihen können oder – falls Sie selbst eine anschaffen möchten – was Sie beim Kauf beachten sollten. Ausserdem geben wir nützliche Tipps und Hinweise zum Aufbau und zur Nutzung der Kameras. Wofür Wildtierkameras? Die Vielfalt an Wildtieren im Siedlungsraum ist grösser, als viele vermuten. Füchse, Dachse, Igel, Rehe und viele weitere leben Seite an Seite mit uns, doch wir nehmen sie kaum wahr. Die scheuen, meist nachtaktiven Wildtiere sind wahre Meister darin, sich unbemerkt durch unsere Gärten zu bewegen. Wildtierkameras sind eine super Möglichkeit, um mehr über unsere tierischen Nachbarn zu erfahren und tolle Bilder von ihnen zu erhalten. Die Kameras lassen sich schnell montieren und liefern, durch Bewegungs- und Wärmesensoren ausgelöst, sowohl am Tag als auch in der Nacht Bilder oder Videos der tierischen Besucher. © stadtwildtiere.ch © Petra Friemel / wildenachbarn.ch Ausleihe von Wildtierkameras An verschieden Orten in der Schweiz können Wildtierkameras kostenlos ausgeliehen werden (keine Garantie auf Vollständigkeit): In den Kantonen Basel Stadt und Basel LandIn der Region PfannenstilIm Kanton ThurgauIn der Stadt LuzernIn der Stadt BadenSie wohnen in anderen Regionen der Schweiz? Dann könnte sich für Sie der Kauf einer eigenen Kamera lohnen. Viele Modelle sind bereits preiswert erhältlich (siehe „Kauf einer Wildtierkamera“). Kauf einer Wildtierkamera Wildtierkameras, auch günstige Modelle, gibt es wie Sand am Meer, was die Auswahl nicht gerade einfach macht. Die Preisspanne ist sehr gross, doch bereits für 100 Franken oder sogar weniger, können Sie eine leistungsstarke Kamera finden.Folgende Punkte sollten Sie bei der Auswahl beachten: Gute Bildqualität bei Tag und Nacht: Nachts hängt die Bildqualität stark von der Blitztechnologie ab. Ein Weissblitz liefert hochauflösende Farbfotos, kann Tiere jedoch durch das helle Aufleuchten erschrecken. Schonender ist der Infrarotblitz, der jedoch nur schwarz-weiss Bilder mit geringerer Auflösung liefert. Man unterscheidet dabei zwischen dem Rotblitz (Low Glow), der als rotes Leuchten sichtbar ist, und dem Schwarzblitz (No Glow), der für Tiere unsichtbar ist, jedoch eine etwas schlechtere Bildqualität als Low Glow bietet.Kurze Reaktionszeit von Erkennen der Bewegung bis zum Auslösen der Kamera. Sie sollte unter einer Sekunde liegen, um das Risiko zu minimieren, dass das Tier beim Auslösen bereits wieder aus dem Bild verschwunden ist.Robuste, wetterfeste Bauweise: Kameras mit IP66- Zertifizierung sind sehr wasser- und staubdicht und damit zuverlässig gegen jegliches Wetter geschützt.Ausreichende Batterielebensdauer: Achten Sie darauf, wie lange die Kamera ohne Batteriewechsel auskommt und ob dies für Ihren Einsatz praktisch ist.Zusätzliche Funktionen: Viele moderne Kameras ermöglichen den drahtlosen Transfer von Fotos direkt auf das Handy – entweder über WLAN (kurze Reichweite) oder über das Mobilfunknetz mittels SIM-Karte.Hier eine Auswahl an Kameras, die sich bei unseren Einsätzen sehr bewährt haben:Reconyx Hyperfire (ab ca. 400 CHF): sehr gute Bildqualität, langlebig und robust.Zeiss Secacam 3 (ab 130 CHF): robust, gute Bildqualität, Möglichkeit, die Bilder übers Mobilfunknetzt direkt aufs Handy zu schicken.Zeiss Secacam 7 (ab 220 CHF): Noch schärfere Bilder und modernere Technik als das 3er Modell, Sim-Karte und SD-Karte bereits enthalten.Solaris Weapon 4k plus (100 CHF): gute Bildqualität, robust, mit integrierten Solarpannel für unabhängige Stromversorgung.Falls Sie sich selber weitergehend informieren wollen, liefert Trail Camp Pro ausführliche Bewertungen zu vielen verschiedenen Kameras. Aufstellen der Kamera Sie haben bereits eine Kamera ausgeliehen oder sogar selbst gekauft? Dann müssen Sie sie nur noch aufstellen.Geeigneten Ort findenWenn Sie eine Kamera in Ihrem Garten anbringen, ist es wichtig, strategische Orte zu wählen. Versetzen Sie sich in die Perspektive eines Wildtieres und überlegen, wo es sich am wahrscheinlichsten aufhält. Besonders geeignet sind beispielsweise Wasserstellen, Komposthaufen oder Ein- und Ausgänge in den Garten. Auch Hecken oder Mauern bieten sich an, da Wildtiere sich gerne im Schutz von Längsstrukturen fortbewegen. Beachten Sie, dass Wildtierkameras aus Gründen des Datenschutzes nur auf Privatgelände und mit Einverständnis der Eigentümer:innen aufgestellt werden dürfen. Die Fotofalle darf zudem nicht auf Nachbargrundstücke oder öffentliche Flächen ausgerichtet werden. Kamera richtig positionierenDer beste Standort bringt jedoch nichts, wenn die Kamera falsch positioniert ist. Achten Sie darauf, die Kamera in der richtigen Höhe und im richtigen Winkel anbringen. Für Wildtiere wie Fuchs oder Dachs sollte die Kamera etwa auf Kniehöhe an einem festen Gegenstand, wie einem Baum oder Pfahl, montiert werden. Für kleinere Wildtiere wie Igel müsste die Kamera noch tiefer montiert sein – idealerweise ca. auf Augenhöhe des Tieres. Es ist ausserdem sinnvoll, die Kamera so zu positionieren, dass das Wildtier möglichst lange im Auslösebereich der Kamera ist, also zum Beispiel entlang einer Hecke oder Mauer und nicht im rechten Winkel dazu. Um Fehlauslösungen zu vermeiden, achten Sie darauf, dass keine Pflanzen in den Fokus der Kamera geraten und diese bei Wind unnötig auslösen. Auf die Beleuchtung achtenDie meisten Wildtierkameras erhellen die Umgebung beim Fotografieren mit einem Infrarot- oder Schwarzblitz. Steht die Kamera in der Nähe eines Gegenstandes wie einer Hecke oder einer Mauer, wird das Blitzlicht reflektiert und das Bild wird heller. Blitzt die Kamera in die Weite einer Wiese, dann wird das Bild dunkler. Anhand des Hintergrundes können Sie somit auch die Helligkeit des Bildes mitbestimmen und Über- oder Unterbelichtung verhindern. Kamera richtig einstellenModerne Wildkameras bieten eine Vielzahl von Einstellungen zur Anpassung Ihrer Aufnahmen. Hier sind einige wichtige Einstellungen, die konfiguriert werden sollten:Aufnahmemodus: Entscheiden Sie, ob die Kamera Fotos, Videos oder beides aufnehmen soll.Bildqualität: Legen Sie fest, wie hoch die Auflösung der Fotos/Videos sein soll. Denken Sie daran, dass eine hohe Bildqualität mehr Speicher benötigen wird.Empfindlichkeit der Sensoren: Passen Sie die Empfindlichkeit des Bewegungssensors an. Ziel ist, dass Tiere zuverlässig erfasst werden, die Kamera jedoch nicht bei jeder kleinsten Bewegung, wie eines Blattes im Wind, ausgelöst wird. Am einfachsten ist es, wenn Sie eine Testaufnahme mit Ihrer Wildkamera machen, um festzustellen, welche Empfindlichkeit in der gewählten Umgebung am besten funktioniert.Mehrfachauslösung: Entscheiden Sie, ob bei einer Auslösung nur ein Bild oder mehrere Bilder aufgenommen werden sollen. Beachten Sie, dass bei der Mehrfachauslösung grosse Datenmengen generiert werden können.Aufnahmepause: Legen Sie eine Pause zwischen zwei Aufnahmen fest. So wird verhindert, dass die Kamera bei längerer Anwesenheit von Tieren durchgehend auslöst und der Speicher überfüllt wird.Machen Sie sich zu Beginn keine Sorgen um die richtigen Einstellungen! Am besten überprüfen Sie Ihre Kamera nach ein bis zwei Nächten. So erkennen Sie, ob Anpassungen nötig sind, und gelangen mit etwas Pröbeln ganz automatisch zu den optimalen Einstellungen. © wildenachbarn.ch Ein Igel benutzt einen Durchgang im Gartenzaun. © Walter Schaffner / stadtwildtiere.ch Komposthaufen ziehen Wildtiere oft magisch an - wie diesen neugierigen Iltis. Helfen Sie mit bei der Erforschung von Wildtieren! Ihre Bilder können nicht nur Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, sondern auch einen wertvollen Beitrag zu den schweizweiten Forschungsprojekten „StadtWildTiere“ und „Wilde Nachbarn“ leisten. Ziel der Projekte ist es, mithilfe der Bevölkerung Daten von Wildtierbeobachtungen zu sammeln und so ein möglichst vollständiges Bild von deren Verbreitung zu erhalten. Diese Forschung ist wichtig, um den Schutz und das Management der Wildtiere zu ermöglichen und verbessern. Wir freuen uns sehr, wenn Sie Ihre Tierbeobachtungen mit uns teilen und Ihre Bilder auf den Meldeplattformen Wilde Nachbarn oder StadtWildTiere hochladen.