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Haselmaus
Muscardinus avellanarius / speciosus

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Haselmaus auf einem Ast
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Biologie

Mausgroß, vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, manchmal mit kurzen Aktivitätsphasen während des Tages (v.a. im Herbst ). Haselmäuse klettern flink und gewandt entlang von dünnen Ästen auf Büschen und niedrigen Bäumen. Kugelförmige Nester aus Gras, Blättern und Rindenstreifen in niedrigem Gestrüpp, ca. 12 cm, bis ca. 2 m über Boden. Ein Tier hat mehrere Nester. Gelegentlich in Vogelnistkästen. Nahrung: Samen, Früchte, Beeren, Knospen, Rinde, Blätter, im Sommer auch Insekten und Weichtiere. Beträchtliche Gewichtszunahme vor dem Winterschlaf: Durchschnittsgewicht im Juni / Juli 17,5 g, im Oktober 27,5 g. Während des Winterschlafs erwachen Haselmäuse ca. alle 15 Tage und wechseln dabei oft das Winternest.

Verbreitung

Die Haselmaus kommt in der Schweiz in den tiefen Lagen und den wichtigsten Flusstälern vor. Die Nachweise erstrecken sich vom Mittelland bis in die subalpinen Lagen (bis auf 2000 m ü. M). Die Verbreitung weist aber Lücken auf. Aufgrund von genetischen Untersuchungen konnte 2023 nachgewiesen werden, dass es sich bei «der Haselmaus» eigentlich um zwei unterschiedliche Arten handelt: Die Westliche Haselmaus (M. speciosus) – auch Prächtige Haselmaus genannt – ist im Westen Europas verbreitet, die Östliche Haselmaus (M. avellanarius) im Osten Europas. Die genaue Trennlinie zwischen den beiden Arten ist erst in Ansätzen bekannt, verläuft aber vermutlich durch Deutschland und die Schweiz.

Erkennungsmerkmale

Fell braun, Unterseite gelblich weiß, rundlicher Kopf mit großen Augen. Schwanz buschig mit schwarzbrauner Endquaste. Die beiden Haselmausarten unterscheiden sich äußerlich kaum voneinander.

Gehört zu
Masse

Kopf-Rumpf-Länge 6 – 9 cm,
Schwanz 5,5 – 7,5 cm,
Gewicht 15 – 40 g.
(Über allfällige Unterschiede zwischen den beiden Haselmausarten ist noch nichts bekannt.)

Ähnliche Arten

Am ehesten können die Haselmäuse mit der Waldmaus, der Gelbhalsmaus und Hausmaus verwechselt werden. Allerdings haben die Haselmäuse einen viel stärker behaarten, buschigen Schwanz. Die Mäuse sind zudem meist im Bodenbereich anzutreffen, die Haselmäuse in den Bäumen und Büschen.

Verwandt sind die Haselmäuse mit Siebenschläfer, Gartenschläfer und Baumschläfer. Obwohl die beiden Haselmausarten optisch kaum voneinander unterschieden werden können, können diese beiden kleinsten Bilcharten nicht mit ihren deutlich auffälliger gefärbten nächsten Verwandten verwechselt werden.

Gefährdungsgrad

Gefährdet (aufgrund der erst kürzlich erfolgen Aufspaltung der beiden Haselmausarten, muss dieser Gefährdungsstatus neu eingeschätzt werden)

Aktivitätszeit

Winterschlaf Oktober – April

Lebensraum

Unterholzreiche Laubwälder, Hecken, dichte Gebüsche, Gebiete mit Haselbeständen und Beerensträuchern. (Über allfällige Unterschiede zwischen den beiden Haselmausarten ist noch nichts bekannt.)

Der Biologietext wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen.

Mensch & Tier

Gefahren

Zu den Hauptfeinden der Haselmaus zählen unter anderem Rotfuchs, Mauswiesel, Hermelin sowie verschiedene Greifvögel und Eulen.

Fördermaßnahmen
Artenreiche Wälder und Hecken

Haselmäuse leben mehrheitlich in artenreichen Wäldern und naturnahen Waldrandgebieten. Für die meisten Stadtbewohner ist es deshalb schwierig, etwas für Haselmäuse zu tun. Waldbesitzer und die öffentliche Hand haben mehr Möglichkeiten, die kleinen Nagetiere zu fördern. Da Haselmäuse sich nicht sehr gern auf dem Boden aufhalten, muss ihr Lebensraum genügend Unterholz und Büsche bieten, zudem Nahrung in Form von Früchten, Beeren und Nüssen und stufige Waldränder. Haselmäuse können auch am Rande der Siedlungsgebiete vorkommen, wenn diese mit Hecken, Büschen und Bäumen direkt mit dem Wald verbunden sind.

Beobachtungstipps

Flinke Kletterkünstlerin

Haselmäuse sind wahre Kletterkünstlerinnen. Sie leben in Sträuchern und auf Bäumen. Auch ihre kugeligen Nester bauen sie versteckt zwischen Ästen hoch über dem Boden. Ihre heimliche, nachtaktive Lebensweise führt dazu, dass direkte Beobachtungen von Haselmäusen sehr selten sind. So weiß man über die Verbreitung des kleinen Nagetiers erstaunlich wenig. Die Fraßspuren der Haselmäuse verraten jedoch ihre Anwesenheit.

Haselmaus sitzt in Kugelnest
Haselmäuse befestigen ihre Kugelnester gut versteckt in den Ästen von Bäumen oder Büschen.
Auf der Spur der Haselmaus

Im Herbst müssen sich Haselmäuse viel Speck für den Winterschlaf anfressen. Deshalb verspeisen sie dann mit Vorliebe kalorienreiche Haselnüsse und hinterlassen dabei charakteristische Nagespuren an den Nussschalen. Diese Nagespuren unterscheiden sich von den Nagespuren anderer Haselnuss-Liebhaber wie Eichhörnchen, Waldmaus oder Haselnussbohrer. Es macht viel Spaß, angenagte Haselnüsse zu sammeln und sich zu überlegen, wer hier wohl am Werk war.

Nahaufnahme einer angefressenen Nuss
Die Haselmaus hinterlässt einen sauber abgenagten Rand mit einem glatten Innenrand.
Nahaufnahme einer angefressenen Nuss
Die Rötelmaus nagt die Haselnuss mit deutlichen, senkrecht zum Rand verlaufenden Nagespuren auf.
Nahaufnahme einer angefressenen Nuss auf Moos
Das Einchhörnchen knackt die Nüsse meist auf der flachen Seite mit wenigen kräftigen Bissen. Oft brechen die Nüsse dabei entzwei.
Zwei angebohrte Haselnüsse
Das Weibchen des Haselnussbohrers, ein Rüsselkäfer, bohrt zur Eiablage kleine runde Löcher mit einem Durchmesser von 1 bis 2 mm.

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